Montag, Mai 09, 2005

Ootacamund aka Ooty (Tamil Nadu)

Wie Coorg liegt Ooty in den Bergen und ist jetzt im Sommer ein bisschen ueberfuellt mit Touristen (indischen), die sich in den kuehlen Bergen vor der Hitze zurueckziehen. Wir haben uns einen „Tempo Traveller“ gemietet und sind zu acht Freitagnacht losgefahren. Nach 8 Stunden und ca. 290 km sind wir passend in Ooty angekommen um Myrte aufzuwecken. Myrte ist einen Tag frueher gefahren da sie ihr Praktikum beendet hat und ihr Reise durch Indien gestartet hat. Wir sind dann zum Fruehstuecken gegangen (Masala Dosa), im Restaurant haben wir uns dann nach einem Guide erkundigt und einen gefunden. Im Hotel hatten sie uns gesagt es waere zu spaet und der Guide haette auch 300 Rs/Pers. genommen, unser war ein bisschen guenstiger (100Rs/Pers).
Haben dann wieder unseren Fahrer aufgeweckt (nachdem er es sich gerade im Wagen gemuetlich gemacht hatte...) und haben uns ausserhalb der Stadt absetzen lassen. Wir haben dann eine 7-stuendige Trekkingtour unternommen. Haben ziemlich viel Natur gesehen, spuren von Tigern (leider keinen lebenden, aber ist vielleicht auch besser so...). Knochen von Bueffeln, Kratzspuren an Baeumen auf denen der Tiger auf Beute lauert, etc.. Auf dem Weg haben wir noch einen Tribe (Stamm) besucht, die noch ziemlich urspruenglich leben, da schlaeft die ganze Familie noch in einer kleinen Huette in einem Bett aus Stein...
Am Nachmittag musste es dann natuerlich noch regnen, war aber nicht ganz so schlimm, da wir genau passend an einer zu einer Huette kamen wo wir den Regenschauer abwarten konnten. In der Huette, bzw. auch drum herum, wurde Eukalyptusoel hergestellt. Habe zwar nicht 100% verstanden wie sie es machen, aber zuerst wird aus den Eukalyptusblaettern das Oel herausgekocht, das Oel wird dann getrennt und gesammelt. Das Feuer unter dem Kessel wurde mit den Eukalyptusblaettern geheizt. Die ganze Huette bestand eigentlich nur aus Eukalyptusblaettern (das Dach, die Waende und die Huette stand auf einem 3 Meter hohen Berg aus Eukalyptusblaettern... die muss man erstmal aufsammeln!) Die ersten Minuten in der Huette waren nicht so angenehm, es war ziemlich verqualmt und man musste sich erstmal daran gewoehnen (aber nach draussen gehen war wegen dem Regen nicht drin... Ein paar von uns haben dann auch eine Flasche Eukalyptusoel gekauft. Nach einer halben Stunde hat dann der Regen auch aufgehoert und wir konnten unsere Tour fortsetzen. Abends waren wir dann natuerlich ziemlich geschafft, haben uns noch ein Bierchen gegoennt und sind frueh ins Bett. Der Sonntag war nicht wirklich erfolgreich, zuerst sind wir mit dem „Toy-Train“ nach Coonoor gefahren, eigentlich soll man einen schoenen Ausblick auf die Landschaft haben... aber da war mal wieder das Problem, dass zu viele Menschen in einen zu kleinen Zug wollten. Es gab auch ein paar Wagen mit reservierten Plaetzen, aber wir hatten natuerlich nicht reserviert... Also mussten wir uns irgendwo reinquetschen, habe dann den groessten Teil der Fahrt mit Clemens, 14 Indern und 5 Kindern in einem Abteil verbracht, das eigentlich fuer 10 Personen ausgelegt war... habe dann ab und zu die Kamera aus dem Fenster gehalten und mir auf dem Bildschirm angeguckt wie es draussen aussieht!
Danach wollten wir uns die Sehenswuerdigkeiten in Coonoor angucken, aber bis auf den Botanischen Garten ist daraus nichts geworden. Warum? Weil die Inder grundsaetzlich nicht einen Schritt zurueckgehen! Zu den Sehenswuerdigkeiten, Tee-Plantagen fuehrt nur eine kleine Strassse (eher ein Feldweg), auf der man auch zurueck muss. Da gerade Schulferien sind ist natuerlich viel los, alle Leute wollen dahin, aber da die Inder selbst auf einer so kleinen Strasse versuchen andere zu ueberholen und die grossen Busse auch meinen dahin fahren zu koennen entsteht ein kleines bisschen Chaos! Haben uns das Schauspiel dann 20 Minuten angeguckt und uns entschieden nicht die naechsten 12 Stunden im Stau auf einem 10 km langen Feldweg zu stehen... Auf dem Rueckweg konntne wir dann noch ein paar wilde Elefanten, Bueffel und andere Tiere beobachtet. Die Elefanten konnten wir nur kurz bewundern, da ein paar Inder meinten direkt in Richtung der Elefanten laufen zu muessen...

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